Foto: v.l.n.r. Ferdinand Stein, Jens Lehmann MdB, Liane Flammiger
Foto: v.l.n.r. Ferdinand Stein, Jens Lehmann MdB, Liane Flammiger
Vier Wochen im Deutschen Bundestag, dem höchsten Parlament der Bundesrepublik Deutschland, verbringen zu dürfen, war für mich eine einmalige und unvergessliche Erfahrung. 

Die Motivation dazu hätte höher kaum sein können: Bereits in der Zeit des Wahlkampfes, im Sommer des Jahres 2017, haben wir viele Tage, Nächte und Wochen dafür gekämpft, dass unser Kandidat Jens Lehmann in den Bundestag einzieht. Das erfolgreiche Wahlergebnis gab unserem Team die Bestätigung, dass dieser Aufwand nicht umsonst war. Für mich hat es sich dabei gleich in doppelter Hinsicht „gelohnt“. Neben den wertvollen Erfahrungen aus dem Wahlkampf wurde es mir ermöglicht, Herrn Lehmann persönlich in seiner Arbeit in Berlin zu unterstützen. Das vierwöchige Praktikum zeigte dabei so ziemlich alle Facetten auf, die politische Arbeit ausmachen: eine umkämpfte Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden der CDU im Deutschen Bundestag, zahlreiche bedeutende Mittagessen und Sitzungswochen, in denen es doch auch einmal etwas hektischer als sonst in diesem hohen Haus zugeht.

Bereits ganz zu Beginn meiner Zeit in Berlin spürte ich das erste Mal Gänsehaut: beim Eintritt in das Paul-Löbe-Haus, meiner zukünftigen Arbeitsstätte. Klar, man kennt den Bundestag aus TV, Fernsehen und Radio, jedoch „mitten drin, statt nur dabei“ zu sein war hierbei ein komplett neues Erlebnis für mich. Doch sicherlich nicht nur für mich allein, denn während meiner Praktikumszeit im September 2018 gab es noch etwa 100 weitere Praktikanten der CDU/CSU-Fraktion. Das von der Fraktion angebotene Praktikantenprogramm war eine tolle Möglichkeit, zum einen noch weiter hinter die Kulissen blicken zu können und zum anderen auch einmal das „unpolitische“ Berlin kennenlernen zu dürfen. So besuchten wir beispielsweise die ehemalige Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin-Lichtenberg oder auch das „StaSi-Gefängnis“ in Hohenschönhausen. Ein weiteres Highlight war neben dem Besuch dieser geschichtsträchtigen Orte auch der Besuch des ARD-Morgenmagazins. Wer sich schon immer (im Übrigen wie ich) einmal gefragt hat, wie man eigentlich Zuschauer im Hauptstadtstudio Unter den Linden werden kann und somit Fernsehen hautnah erlebt, dem sei eine Teilnahme am CDU-Praktikantenprogramm wärmstens ans Herz gelegt. ;) 

Wer jetzt denkt: „Hey, der hat ja gar nicht richtig gearbeitet!“, den kann ich beruhigen. Denn natürlich wird, entgegen vieler Meinungen in der Bevölkerung, auch im Bundestag tagtäglich harte Arbeit geleistet. Bot die Büroarbeit eigentlich alles, was ein deutsches Beamtenherz begehren würde. Ja, und wer hart arbeitet, der muss auch gut zu Mittag essen. Eingangs bereits erwähnt, sind diese zuverlässig wiederkehrenden Höhepunkte der Mittagspause gar nicht mal so lapidar und unrelevant, wie man vielleicht zunächst vermuten könnte. Bei guten Gesprächen kann durchaus der ein oder andere Kontakt geknüpft werden und selbst wenn mal keine bedeutende Person mit am Tisch Platz genommen hat, konnte man ein halbes Stündchen draußen im Freien auch immer gut für eine kleine Erholungspause nutzen. 

Auch außerhalb der Arbeitszeit bietet Berlin übrigens so einiges an Beschäftigungsmöglichkeiten, wo wir ja gerade beim schönen Wetter angekommen waren. Ob bei einer Bootsfahrt entlang der Spree, bei einer gemütlichen Joggingrunde durch den Friedrichshainer Volkspark oder bei einem gigantischen Rundblick vom Fernsehturm, die Stadt bietet viele Möglichkeiten, sie von allen Ecken und Enden zu entdecken.

Durch die Mitgliedschaft Jens Lehmanns im Verteidigungsausschuss, durfte ich an einem großen Zapfenstreich im Bundesministerium für Verteidigung teilnehmen, ein Erlebnis, was mir persönlich besonders unter die Haut ging. Nachdem zunächst die Bundesministerin für Verteidigung einige Worte an den in den Ruhestand verabschiedeten Generalleutnant richtete, präsentierte der Musik-Korps der Bundeswehr zusammen mit dem Wachbataillon eine beeindruckende Zeremonie auf dem Exerzierplatz auf dem Hof des Ministeriums. Doch nicht nur dieses Erlebnis wird mir in besonderer Erinnerung bleiben: An einem meiner letzten Tage hatte ich die Möglichkeit, unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. Naja okay, „treffen“ ist vielleicht etwas übertrieben in diesem Fall, aber zumindest wurden wir gemeinsam mit Herrn Lehmann für die Übergabe eines Präsents an die Kanzlerin abgelichtet. Wer das nicht glaubt, das Foto habe ich angehangen. ;) 

Ich denke, besser gesagt, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese vier Wochen im politischen Berlin noch lange in Erinnerung behalten werde. Es sind die vielen kleinen Erlebnisse (wie zum Beispiel eine unerwartete Fahrstuhlfahrt mit dem überaus höflichen Cem Özdemir), die mir immer wieder bewusst gemacht haben, welche tolle Möglichkeit mir hier tagtäglich geboten wurde. Meiner Meinung nach ist es unheimlich motivierend, einmal in der „Machtzentrale“ eines der sowohl wirtschaftlich als auch politisch mächtigsten Länder der Welt arbeiten zu dürfen. Der Abwechslungsreichtum der Aufgaben und eine ständig erforderliche Spontanität und Flexibilität machen dieses Praktikum zu einer der spannendsten, forderndsten und gleichzeitig beeindruckendsten Erfahrungen, die man sich nur vorstellen kann.

Natürlich gilt an dieser Stelle mein Dank sowohl Herrn Lehmann, als auch den Mitarbeitern der Büros in Leipzig und Berlin. Stets mit einem offenen Ohr für alle Fragen und Wünsche haben sie es mir um einiges erleichtert, mich im geordneten Chaos der Parlamentsarbeit zurechtzufinden - und war es auch manchmal nur ein „Begleitschutz“ durch die vielen unterirdischen Gänge und Abzweigungen des Häuserkomplexes. ;)

Ferdinand Stein


Foto: v.l.n.r. Jens Lehmann MdB, Bundeskanzerlin Dr. Angela Merkel, Ferdinand Stein

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